ABS: Der Lawinenrucksack-Pionier

Der ABS Airbag

Der ABS Airbag
8.5

Preis-Leistung

8/10

    Sicherheit

    9/10

      Komfort

      9/10

        Vorteile

        • - 2 Airbags
        • - Links-/Rechtshänder
        • - individuell anpassbar
        • - schnelle Aufblasung

        Nachteile

        • - teure Kartuschen

        Die deutsche Firma ABS ist sozusagen der Platzhirsch auf dem Gebiet der Lawinenrucksäcke. Seit 1985 entwickeln die Niederbayern Notfallausrüstungen. Dabei setzt ABS auf ein sehr vielfältiges Produktsortiment, das man individuell auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen kann. Jeder ABS-Rucksack besteht dabei aus zwei Teilen: Einer Basis, in der die auch die Airbags untergebracht sind und einem ZIP-ON, der in unterschiedlichen Größen zu haben ist und so Stauraum für Ausrüstung bietet.

        Der Airbag: 2 Kammern – doppelte Sicherheit

        Doch beginnen wir zuerst mit den Eigenschaften der Basis. Schließlich verbergen sich in diesem Teil die wichtigen Lawinen-Airbags: Als einziges Airbag-System am Markt setzt man beim ABS Lawinenrucksack auf das sogenannte Twin-Bag-System. D.h. in dem Rucksack sind zwei Luftpolster verbaut, die jeweils ein Volumen von ca 85 Litern haben.

        Beide Kammern haben getrennte Ventile. Wenn also in der Lawine eine Kammer beschädigt wird, bleibt die andere Kammer aufgeblasen. Die Airbags entfalten sich dabei seitlich im Rückenbereich. Sie stabilisieren den Körper dort vor allem gegen Rotation. Das heißt allerdings auch, dass der Nacken und Kopf nicht extra geschützt werden. Hierauf verzichtet man zugunsten besserer Bewegungsfreiheit im Ernstfall.

        Explosiver Auslöser, schnelle Aufblasung

        Die Auslösung der Airbags erfolgt über ein pneumatisches System. Der Auslösegriff kann sowohl links als auch rechts angebracht werden, was für Linkshänder ein enormer Vorteil ist. Die Airbags entfalten sich laut Hersteller in etwa 2-3 Sekunden, was eigentlich Standard ist. Über einen Klettverschluss kann man auch die Höhe des Griffs verändern. Im Griff ist eine kleine Explosionsladung angebracht, die mit ihrem Druck dann die Gaspatrone im Rucksack ansticht. Diese kleine Menge Sprengstoff kann auch im Flugzeug ein Problem machen. Zwar sehen die Flugverordnungen Ausnahmen für Lawinenrucksäcke vor, man sollte sich aber auf Diskussionen mit den Airlines einstellen.

        Auch muss man anmerken, dass die Exlosionsladung ein Ablaufdatum hat. Hier gibt es ein kleines Rädchen, das den Nutzer daran erinnert, wann die Ladung zu erneuern ist. Das erinnert an das Verfahren auf manchen Tupper-Ware-Gefäßen. Das ist auch einer der Nachteile des Systems: Es gibt zwei wartungsbedürftige Teile: Den Auslöser und die Patrone. Natürlich: Man muss sich immer darum kümmern, dass die Ausrüstung in Ordnung ist, bevor man ins Gelände geht, aber menschliche Fehler passieren. Deshalb will ich den Punkt unbedingt erwähnen.

        Die Patrone: Stahl vs Carbon

        Die angesprochene Gaspatrone ist in zwei Ausführungen zu haben: Einmal aus Stahl, einmal aus Carbon. Die Stahl-Variante ist etwa 250 Gramm schwerer. Hier muss man einfach individuell entscheiden, welche Ansprüche man an sich selbst und das Gewicht der Ausrüstung stellt. ABS empfiehlt jedenfalls auf seiner Seite, eine zweite Gaspatrone dabeizuhaben, um im Fall einer Fehlauslösung nicht ohne Schutz im Gelände zu stehen.

        Folgt man dieser Anweisung kann die Gewichtsersparnis der Carbon-Patrone im besonderen Fall bis zu einem halben Kilo betragen. Natürlich ist das dann auch eine Kostenfrage: Die Rucksack-Base kostet mit Carbon-Flasche etwa 80-100 Euro mehr als die Stahlvariante.

        Auswahl ohne Ende: Vario- und Powder-Line

        Die Gewichtsfrage spielt auch bei den erhältlichen Modellen von ABS eine Rolle. Es gibt zwei grobe Produktlinien: Die Vario-Line und die Powder-Line. Kurz gesagt: Die Vario-Line ist vielfältiger und schwerer, die Powder-Line ist leichter, aber bei den Zip-Ons limitierter. Was sich hinter dem Wort „Zip-On“ verbirgt und wie das ABS-Airbag-System zusammengestellt werden muss, folgt sofort:

        Zip on, zip off: Ein Paar an Träger, viele Rucksackgrößen

        Was ist das Zip-On-System und wie funktioniert es? Mit einfachen Klett- und Reißverschlüssen kann man sich den Packsack (Neudeutsch ist ein Packsack ein „Zip-On“) in der gewünschten Größe aufschnallen, wie man ihn eben für die aktuelle Tour braucht. ABS hat auch noch eine große Anzahl von Rucksackherstellern, die kompatible Rucksäcke anbieten (Zusammenfassend kann man sagen, dass fast alle namhaften Marken ABS-Varianten anbieten).

        Wie schon erwähnt gibt es zwei grobe Produktlinien: Die Vario-Line und die Powder-Line. Die Vario-Line ist, wie der Name schon sagt, auf Variabilität (=Vielfältigkeit) und Anpassung ausgerichtet. Dafür bekommt man Zip-Ons in allen Größen: Der 8-Liter-Zip-On ist so klein, dass man ihn am Lift nicht einmal abnehmen muss. Der größte Packsack bietet Platz für 45+5l.

        Dazwischen gibt es noch die Größen 18 Liter, 24 Liter und 32 Liter. Daneben gibt es innerhalb der Vario-Line noch die Silver-Edition, die einen Noepren-Hüftgurt besitzt und mit einem zusätzlichen Rückenprotektor der österreichischen Firma Komperdell ausgestattet werden kann. Hier muss man beim Kauf genau beachten, ob der Protector im Set inkludiert ist oder nicht.

        In der Powder-Line richtet sich mit ihrer leichteren und schmaleren Bauweise vor allem an Freerider, Jugendliche und kleinere Personen. Dafür gibt es nur zwei Zip-On-Größen, nämlich 8 oder 26 Liter.

        Seit der Saison 2014/15 hat ABS alle seine Zip-Ons rundum erneuert. Sie sind etwas leichter geworden, die Rucksackform und die Fächeraufteilung wurden optimiert. Allerdings wurde dabei geachtet, dass die Modelle auch abwärts kompatibel sind. Man kann also auch neuere Zip-Ons mit alten Basis-Rucksäcken zusammenzippen – und umgekehrt.

        Mein ABS-Fazit

        Der ABS Lawinenrucksack ist mein Favorit. Das System ist äußerst praxistauglich. Dank der zwei Kammern funktioniert es auch, wenn eine beim Sturz kaputt geht. Nachteile: Fehlende Flugzeugtauglichkeit und komplizierte Auswahl. Preislich verliert man leicht den Überblick. Ab ca. 600 € kann man sich die Wunschlösung „basteln“ oder einfach eine Komplettlösung eines ABS-Parnters wählen.

        Der ABS Airbag

        Der ABS Airbag
        8.5

        Preis-Leistung

        8/10

          Sicherheit

          9/10

            Komfort

            9/10

              Vorteile

              • - 2 Airbags
              • - Links-/Rechtshänder
              • - individuell anpassbar
              • - schnelle Aufblasung

              Nachteile

              • - teure Kartuschen