Ortovox Avabag – der besonders leichte Lawinenairbag

Ortovox Avabag

Ortovox Avabag
7.3333333333333

Preis-Leistung

7/10

    Sicherheit

    8/10

      Komfort

      8/10

        Vorteile

        • - besonders leicht
        • - Links-/Rechtshänder
        • - guter Auslösegriff

        Nachteile

        • - nur kleine Rucksäcke

        Der bayerische Berg-Sportartikelhersteller Ortovox hat bei seinen Lawinenrucksäcken bislang auf das ABS-Airbag-System gesetzt, mit dem Winter 16/17 führt man jedoch nun ein eigenes System ein. In fünf Modellen der Ascent und Free-Rider Rucksacklinie wird nun der hauseigene Avabag verbaut.

        Ortovox eröffnet dabei gleich mal die Schlacht um das gewichtsparendste Airbag-System. Dafür hat man gleich ISPO-Award „Product of the Year 2016“ eingeheimst. Mit diesem Award bedenkt die Internationale Sportartikel-Messe in München das jeweils herausragendste Produkt aus den Bereichen „Action, Outdoor, Ski, Performance, Health & Fitness“. Der Ortovox Avabag kommt also mit einigen Vorschusslorbeeren auf den Markt.

        Sicherheit mit Leichtigkeit

        Das Gewicht des Systems ist tatsächlich Spitzenklasse: Nur 640 Gramm wiegt das System (ohne Kartusche), komprimiert in einem Packvolumen von nur 1,8 Litern. Damit hat man im Vergleich zum bisher leichtesten System, dem Scott Alpride (800 g ohne. Kartusche), nochmal ein paar Gramm eingespart. Natürlich braucht man aber für ein funktionierendes System auch noch eine Kartusche, wie von anderen Herstellern gewohnt, gibt es diese in den Ausführungen Stahl (510g) und Karbon (310g).

        Lawinenrucksack mit optimierter Technik

        Bei der Funktionsweise des Lawinenrucksack-Systems hat man vor daran gearbeitet, bekannte Systeme weiter zu optimieren und zu vereinfachen. Wie bereits beschrieben setzt Ortovox auf ein System mit Stickstoff-Flasche, die einen 160-Liter-Airbag in ca. 3 Sekunden zur Entfaltung bringt. Das entspricht dem Branchenstandard.

        Bei der Auffaltung hilft ein Venturi-Ventil, d.h. bei der Aufblasung wird zusätzlich zum Gas aus der Patrone auch noch Unterdruck erzeugt, um Luft aus der Umgebung anzusaugen. Hier zeigt sich eine erste Optimierungsmaßnahme: Der Auslösemechanismus sitzt innerhalb der Venturi-Einheit, wodurch das ganze System nochmal kompakter wird und so laut Hersteller auch gegen Korrosion, Verschmutzung und Vereisung gefeit sein soll.

        Beim Auslösen ist ein lautes Klicken zu hören – das ist praktisch, da man beim Üben so eine deutliche akustische Rückmeldung hat. Ohne eingeschraubte Flasche kann das Auslösen beliebig oft trainiert werden. Nach jedem Auslöse-Vorgang wird die Einheit mit mit Hilfe eines Vorspanntools wieder scharf gemacht.

        Nahtloser Airbag mit 1 Kammer

        Der Avabag arbeitet mit einem Einkammer-Airbag, der sich hinter Kopf und Schultern leuchtend orange auffaltet. Im Vergleich zu anderen Lawinenrucksäcken fällt auf, dass der Ortovox Avabag Airbag hier etwas höher sitzt: Bei anderen Systemen reichen die Flügel des Airbags subjektiv betrachtet ein Stück weiter zur Hüfte. Das Fassungsvermögen von 160 Litern entspricht aber dem Branchendurchschnitt.

        Bei der Verarbeitung der Luftkammer hat man weiter Gewicht eingespart. Der Airbag wird verschweißt und hat so keine Nähte. Damit wird nicht nur das Gewicht, sondern auch das Packmaß gering gehalten. Das Zusammenlegen gestaltet sich ein wenig knifflig. Man muss die beiligende Anleitung genau befolgen, um den Airbag wieder zurück in seine ursprüngliche Form zu bringen.

        Voller Zugriff auf den Zug-Griff

        Der Auslöser des Ortovox Avabag sieht auf den ersten Blick sehr eigenwillig aus, doch die Ecken und Kanten haben ihre Begründung. Mit dem Griff-Design reagiert Ortovox auf ein spezielles Problem: Ortovox beruft sich auf Daten, wonach es jedem achten Nutzer nicht gelingt, den Airbag im Notfall auszulösen. Natürlich spielen hierbei wohl auch die Faktoren Zeit und mangelnde Übung eine Rolle, Ortovox wirbt aber damit, dass der Griff „auslöseoptimiert“ sei.

        Die Form ist kantig und die Oberfläche betont griffig, damit der Griff stets gut zu bedienen ist, d.h. auch mit dicken Handschuhen und sowohl mit der linken als auch der rechten Hand. Außerdem steht der Griff ein wenig vom Trageriemen ab, um auch in ungünstigen Sturzpositionen schneller greifbar zu sein. Und auch die Höhe des Griffs lässt sich in zwei Stufen verstellen und ist damit an unterschiedliche Körpergrößen und Vorlieben anpassbar.

        Zum Transport oder am Lift lässt sich der Griff auch in einem kleinen Fach verstauen. Vorsicht bei der Abfahrt: Bei allem Komfort darf man nicht vergessen, vor dem ersten Schritt ins Gelände zu kontrollieren, ob der Griff auch ausgepackt ist.

        Ortovox Avabag bietet 2 Rucksack-Linien

        Ortovox bietet zum Avabag vorerst zwei Rucksack-Linien an: Die Ascent-Modelle zielen auf den Ski-Touren-Einsatz ab, die Free-Rider-Serie kommt zusätzlich mit einem Rückenprotektor daher. Beide Serien verfügen über eine Sicherheits-Beinschlaufe und einen Hüftgurt.

        In der Ascent-Linie gibt es drei Größen: 22, 28s (speziell für die weibliche Anatomie) und 30 Litern, gefertigt aus leichtem und abriebfestem Nylon-Material. Die Rucksäcke sind wie der Avabag auf geringes Gewicht getrimmt: Das Systemgewicht (inkl. Avabag aber ohne Kartusche) liegt zwischen 1780g (Ascent 22) und 2040g (Ascent 30).

        Damit schlägt man die Konkurrenz auch in Verbindung mit dem Rucksack noch um ein paar Gramm. Allerdings könnte man auch einwenden, dass das reduzierte Gewicht erst bei ausgedehnteren Touren so richtig ins Gewicht fällt. Und bei denen wünscht man sich vielleicht doch etwas mehr Platz als 30 Liter. Es bleibt hier abzuwarten, wie sich die Produktpalette und Angebot in den kommenden Saisonen entwickelt.

        Die Free-Rider-Rucksäcke sind zusätzlich mit einem Rückenprotektor-System ausgestattet. Die Schaum-Pads verhärten sich bei Krafteinwirkung, um den Träger des Rucksacks vor Verletzungen zu bewahren. Verfügbare Varianten hier: 20s und 22 Liter.

        Positiv ist, dass das Pack-Volumen der Rucksäcke ohne den Airbag berechnet wird – die Größenangabe entspricht also auch wirklich dem vorhandenen Platz. Und natürlich verfügt auch der Ascent über Schlaufen an der Außenseite, an denen sich manche zusätzliche Ausrüstung befestigen lässt.

        Mit dabei sind u.a. Ski-Befestigung, Schlaufen fürs Trinksystem und bei den Ascent-Modellen auch eine Seilfixierung. Weitere Pluspunkte: die Airbag-Einheit lässt sich ausbauen, um den Rucksack auch alltagstauglich zu machen und die hellen Innenraumfarben gestalten die Suche nach kleinen Gegenständen etwas einfacher.

        Mein Fazit zum Ortovox Avabag

        Große technische Revolutionen bleiben beim Ortovox Avabag aus, es sind die Details, in denen das System überzeugt. Das Argument der Gewichtsersparnis wird für viele Nutzer interessant sein. Vom Fassungsvermögen her sind die Ascent-Rucksäcke des Winters 2016/17 vielleicht noch eher für kürzere Touren und ungezwungenes Freeriden ausgelegt als für ausgedehnte Expeditionen. Wer aber Leichtigkeit und Qualität sucht, liegt hier sicher richtig. Allerdings hat die Leichtigkeit auch ihren Preis: Mit Airbag, dafür ohne Kartusche kommt ein Ascent-Rucksack auf ca. 660-699,95 Euro. Ohne Avabag-System kommt z.B. Ascent 22 auf ca. 240 Euro.

        Foto: Ortovox

        Ortovox Avabag

        Ortovox Avabag
        7.3333333333333

        Preis-Leistung

        7/10

          Sicherheit

          8/10

            Komfort

            8/10

              Vorteile

              • - besonders leicht
              • - Links-/Rechtshänder
              • - guter Auslösegriff

              Nachteile

              • - nur kleine Rucksäcke

              ABS: Der Lawinenrucksack-Pionier

              Der ABS Airbag

              Der ABS Airbag
              8.5

              Preis-Leistung

              8/10

                Sicherheit

                9/10

                  Komfort

                  9/10

                    Vorteile

                    • - 2 Airbags
                    • - Links-/Rechtshänder
                    • - individuell anpassbar
                    • - schnelle Aufblasung

                    Nachteile

                    • - teure Kartuschen

                    Die deutsche Firma ABS ist sozusagen der Platzhirsch auf dem Gebiet der Lawinenrucksäcke. Seit 1985 entwickeln die Niederbayern Notfallausrüstungen. Dabei setzt ABS auf ein sehr vielfältiges Produktsortiment, das man individuell auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen kann. Jeder ABS-Rucksack besteht dabei aus zwei Teilen: Einer Basis, in der die auch die Airbags untergebracht sind und einem ZIP-ON, der in unterschiedlichen Größen zu haben ist und so Stauraum für Ausrüstung bietet.

                    Der Airbag: 2 Kammern – doppelte Sicherheit

                    Doch beginnen wir zuerst mit den Eigenschaften der Basis. Schließlich verbergen sich in diesem Teil die wichtigen Lawinen-Airbags: Als einziges Airbag-System am Markt setzt man beim ABS Lawinenrucksack auf das sogenannte Twin-Bag-System. D.h. in dem Rucksack sind zwei Luftpolster verbaut, die jeweils ein Volumen von ca 85 Litern haben.

                    Beide Kammern haben getrennte Ventile. Wenn also in der Lawine eine Kammer beschädigt wird, bleibt die andere Kammer aufgeblasen. Die Airbags entfalten sich dabei seitlich im Rückenbereich. Sie stabilisieren den Körper dort vor allem gegen Rotation. Das heißt allerdings auch, dass der Nacken und Kopf nicht extra geschützt werden. Hierauf verzichtet man zugunsten besserer Bewegungsfreiheit im Ernstfall.

                    Explosiver Auslöser, schnelle Aufblasung

                    Die Auslösung der Airbags erfolgt über ein pneumatisches System. Der Auslösegriff kann sowohl links als auch rechts angebracht werden, was für Linkshänder ein enormer Vorteil ist. Die Airbags entfalten sich laut Hersteller in etwa 2-3 Sekunden, was eigentlich Standard ist. Über einen Klettverschluss kann man auch die Höhe des Griffs verändern. Im Griff ist eine kleine Explosionsladung angebracht, die mit ihrem Druck dann die Gaspatrone im Rucksack ansticht. Diese kleine Menge Sprengstoff kann auch im Flugzeug ein Problem machen. Zwar sehen die Flugverordnungen Ausnahmen für Lawinenrucksäcke vor, man sollte sich aber auf Diskussionen mit den Airlines einstellen.

                    Auch muss man anmerken, dass die Exlosionsladung ein Ablaufdatum hat. Hier gibt es ein kleines Rädchen, das den Nutzer daran erinnert, wann die Ladung zu erneuern ist. Das erinnert an das Verfahren auf manchen Tupper-Ware-Gefäßen. Das ist auch einer der Nachteile des Systems: Es gibt zwei wartungsbedürftige Teile: Den Auslöser und die Patrone. Natürlich: Man muss sich immer darum kümmern, dass die Ausrüstung in Ordnung ist, bevor man ins Gelände geht, aber menschliche Fehler passieren. Deshalb will ich den Punkt unbedingt erwähnen.

                    Die Patrone: Stahl vs Carbon

                    Die angesprochene Gaspatrone ist in zwei Ausführungen zu haben: Einmal aus Stahl, einmal aus Carbon. Die Stahl-Variante ist etwa 250 Gramm schwerer. Hier muss man einfach individuell entscheiden, welche Ansprüche man an sich selbst und das Gewicht der Ausrüstung stellt. ABS empfiehlt jedenfalls auf seiner Seite, eine zweite Gaspatrone dabeizuhaben, um im Fall einer Fehlauslösung nicht ohne Schutz im Gelände zu stehen.

                    Folgt man dieser Anweisung kann die Gewichtsersparnis der Carbon-Patrone im besonderen Fall bis zu einem halben Kilo betragen. Natürlich ist das dann auch eine Kostenfrage: Die Rucksack-Base kostet mit Carbon-Flasche etwa 80-100 Euro mehr als die Stahlvariante.

                    Auswahl ohne Ende: Vario- und Powder-Line

                    Die Gewichtsfrage spielt auch bei den erhältlichen Modellen von ABS eine Rolle. Es gibt zwei grobe Produktlinien: Die Vario-Line und die Powder-Line. Kurz gesagt: Die Vario-Line ist vielfältiger und schwerer, die Powder-Line ist leichter, aber bei den Zip-Ons limitierter. Was sich hinter dem Wort „Zip-On“ verbirgt und wie das ABS-Airbag-System zusammengestellt werden muss, folgt sofort:

                    Zip on, zip off: Ein Paar an Träger, viele Rucksackgrößen

                    Was ist das Zip-On-System und wie funktioniert es? Mit einfachen Klett- und Reißverschlüssen kann man sich den Packsack (Neudeutsch ist ein Packsack ein „Zip-On“) in der gewünschten Größe aufschnallen, wie man ihn eben für die aktuelle Tour braucht. ABS hat auch noch eine große Anzahl von Rucksackherstellern, die kompatible Rucksäcke anbieten (Zusammenfassend kann man sagen, dass fast alle namhaften Marken ABS-Varianten anbieten).

                    Wie schon erwähnt gibt es zwei grobe Produktlinien: Die Vario-Line und die Powder-Line. Die Vario-Line ist, wie der Name schon sagt, auf Variabilität (=Vielfältigkeit) und Anpassung ausgerichtet. Dafür bekommt man Zip-Ons in allen Größen: Der 8-Liter-Zip-On ist so klein, dass man ihn am Lift nicht einmal abnehmen muss. Der größte Packsack bietet Platz für 45+5l.

                    Dazwischen gibt es noch die Größen 18 Liter, 24 Liter und 32 Liter. Daneben gibt es innerhalb der Vario-Line noch die Silver-Edition, die einen Noepren-Hüftgurt besitzt und mit einem zusätzlichen Rückenprotektor der österreichischen Firma Komperdell ausgestattet werden kann. Hier muss man beim Kauf genau beachten, ob der Protector im Set inkludiert ist oder nicht.

                    In der Powder-Line richtet sich mit ihrer leichteren und schmaleren Bauweise vor allem an Freerider, Jugendliche und kleinere Personen. Dafür gibt es nur zwei Zip-On-Größen, nämlich 8 oder 26 Liter.

                    Seit der Saison 2014/15 hat ABS alle seine Zip-Ons rundum erneuert. Sie sind etwas leichter geworden, die Rucksackform und die Fächeraufteilung wurden optimiert. Allerdings wurde dabei geachtet, dass die Modelle auch abwärts kompatibel sind. Man kann also auch neuere Zip-Ons mit alten Basis-Rucksäcken zusammenzippen – und umgekehrt.

                    Mein ABS-Fazit

                    Der ABS Lawinenrucksack ist mein Favorit. Das System ist äußerst praxistauglich. Dank der zwei Kammern funktioniert es auch, wenn eine beim Sturz kaputt geht. Nachteile: Fehlende Flugzeugtauglichkeit und komplizierte Auswahl. Preislich verliert man leicht den Überblick. Ab ca. 600 € kann man sich die Wunschlösung „basteln“ oder einfach eine Komplettlösung eines ABS-Parnters wählen.

                    Der ABS Airbag

                    Der ABS Airbag
                    8.5

                    Preis-Leistung

                    8/10

                      Sicherheit

                      9/10

                        Komfort

                        9/10

                          Vorteile

                          • - 2 Airbags
                          • - Links-/Rechtshänder
                          • - individuell anpassbar
                          • - schnelle Aufblasung

                          Nachteile

                          • - teure Kartuschen

                          Die Lawinen-Airbags von Scott Alpride

                          Der Scott Alpride

                          Der Scott Alpride
                          6.8333333333333

                          Preis-Leistung

                          7/10

                            Sicherheit

                            7/10

                              Komfort

                              7/10

                                Vorteile

                                • - geringes Gewicht
                                • - schnelles Aufblasen
                                • - flugzeugtauglich
                                • - günstige Kartuschen

                                Nachteile

                                • - nur 1 Airbag

                                Seit 2014 bietet auch der multinationale Sportartikelhersteller Scott einen Lawinenrucksack an. Das Alpride-Airbag-System unterscheidet sich vor allem in zweierlei Sicht: Im Preis und in der Zahl der Gaskartuschen.

                                Die Rettungsweste unter den Airbags

                                Der Alpride-Airbag faltet sich oben am Rucksack auf und erinnert damit nicht nur optisch an eine Rettungsweste. Der Alpride bietet zwar keinen speziellen Kopfschutz, dafür aber 150 Liter Auftriebsvolumen. Die Aufblasung erfolgt in unter 3 Sekunden sehr zügig. Hierfür sind vor allem zwei kleine Gaskartuschen verantwortlich: Im Gegensatz zu anderen Herstellern verwendet man bei Scott nämlich zwei kleinere Kartuschen, anstatt einer größeren.

                                Das bringt den Vorteil, dass die Kartuschen einen geringeren Druck aufweisen als bei anderen Herstellern. Die Kartuschen sollen dadurch auch im Flugzeug transportierbar sein.

                                2 x klein = große Power

                                Man muss allerdings keine Angst haben, dass der geringere Druck beim Aufblasen hinderlich wäre. Die Power reicht sogar, um mit dem Druck ein Auto anzuheben. Wer das nicht glaubt, kann diesem Video-Link folgen -> hier klicken.. Und nebenbei wirddabei klar, dass auch der Airbag äußerst reißfest ist. Im Scott Alpride Lawinenrucksack wurden zwei Schichten Stoff verarbeitet, um gegen Beschädigungen gewappnet zu sein.

                                Scott-Lawinenrucksack punktet beim Gewicht

                                Weitere Pluspunkte: Das geringe Gewicht und die Gewichtsverteilung. Das Ventil ebenso wie die Gaspatronen sind im unteren Teil des Rucksacks angesiedelt. Die 1,2 Kilo, die das gesamte System inkl. Flaschen wiegt, sind damit angenehm zu tragen. Gleichzeitig hat man von oben freien Zugang und Platz für zusätzlich Lawinenausrüstung und andere Gegenstände. Ein Gurt zum Ski-Transport ist ebenso integriert wie ein Abteil für den Helm.

                                Die Rucksäcke gibt es bislang in vier verschiedenen Größen: 20, 22, 30 und 40 Liter. Der kleinste Rucksack bringt es dabei auf ein Gewicht von nur 2100 g inkl. Lawinen-Airbag. Das ist im Branchenvergleich tatsächlich sehr leicht. Die anderen Rucksäcke pendeln sich dann aber schon eher im Mittelfeld ein: zwischen 2500 und 3000g liegt hier die Spanne.

                                Daneben weist man bei Scott vor allem auf die hochwertigen Aluminium-Schnallen und den Beingurt hin, welche den Träger des Rucksacks sicher an den Airbag binden sollen.

                                Zudem ist zu erwähnen, dass die Kartuschen im Branchenvergleich vor allem beim Preis an der Spitze stehen: Schon um 40 Euro bekommt man ein neues Doppelpack. Doch auch sonst geht das Neu-Justieren nach einer Auslösung leicht von der Hand. Mit einem eigenen Ventil lässt sich der Airbag z.B. einfach wieder entlüften.

                                Beim Auslöser nichts Neues und Linkshänder vergessen

                                Ausgelöst wird der Alpride-Airbag durch einen einfachen Bowdenzug. Scott folgt hier dem Standard im Branchenvergleich. Allerdings wurde leider auf die Linkshänder übersehen – der Auslösegriff ist nur am linken Schulterriemen zu befestigen.

                                Mein Scott-Alpride-Fazit

                                Der Scott Alpride Lawinenrucksack ist einfach und breitenwirksam ausgelegt. Diesem eigenen Anspruch wird man gerecht. Das System ist simpel, aber optisch ansprechend und funktionell. Gerecht ist auch der Preis: Mit etwas mehr als 600 Euro kauft man ein komplettes System.

                                Der Scott Alpride

                                Der Scott Alpride
                                6.8333333333333

                                Preis-Leistung

                                7/10

                                  Sicherheit

                                  7/10

                                    Komfort

                                    7/10

                                      Vorteile

                                      • - geringes Gewicht
                                      • - schnelles Aufblasen
                                      • - flugzeugtauglich
                                      • - günstige Kartuschen

                                      Nachteile

                                      • - nur 1 Airbag

                                      Lawinenrucksack Mammut RAS und PAS (Snowpulse)

                                      Der Mammut Airbag

                                      Der Mammut Airbag
                                      7.3333333333333

                                      Preis-Leistung

                                      8/10

                                        Sicherheit

                                        7/10

                                          Komfort

                                          7/10

                                            Vorteile

                                            • - Vielfalt bei System & Design
                                            • - etabliertes System

                                            Nachteile

                                            • - teure Kartuschen
                                            • - nur 1 Airbag

                                            2011 übernahm die Schweizer Firma Mammut den Lawinen-Airbag-Spezialisten Snowpulse. Die Produkte der Firma werden seit damals unter der neuen Dachmarke weiterentwickelt.

                                            Die Sicherheits-Wahl: RAS oder PAS?

                                            Mammut bietet grob gesagt zwei Produktansätze. Das RAS (Removable Airbag System, ab ca. 490 €) und das PAS (Protective Airbag System, ab ca. 680 €). Daneben gibt es noch die Alyeska Protection Airbag Vest, die als reiner Protector ohne Rucksack getragen wird und in der das PAS Modul eingesetzt wird.

                                            Die Systeme sind in vielen Punkten ähnlich, unterscheiden sich aber in der Form und damit im Sicherheitsaspekt. Auslösebowde, Venturi-Ventil, Druckkartusche und Auslösegriff sind gleich, ebenso das Aufblas-System, auf das ich später noch eingehen werde.

                                            Das Plus An Sicherheit: PAS

                                            Das PAS ist die Weiterentwicklung des von Snowpulse entwickelten Lifebag-Sysstems. Es kommt einerseits in den entsprechenden Mammut-Rucksäcken zum Einsatz, andererseits ist auch die oben erwähnte Alyeska-Airbag-Weste mit diesem System ausgestattet. Das Volumen entspricht mit 150 Litern dem Standard in diesem Produktsegment.

                                            Mammut-Lawinenrucksäcke im Internet kaufen:

                                            Beim PAS Mammut Lawinenrucksack wird der Airbag so aufgeblasen, dass er sich rund um den Kopf, Nacken- und Brustbereich entfaltet. Dadurch schützt der Airbag diese Zonen auch vor mechanischen Verletzungen in der Lawine. Natürlich muss man dabei beachten, dass dadurch auch die Sicht- und Bewegungsfreiheit unter Umständen eingeschränkt werden können.

                                            Mammut und Snowpulse geben auf ihrer Webseite eine Statistik an, nach der rund 20 Prozent der Lawinentode auf Verletzungen zurückzuführen sind, die die Verschütteten in der Lawine erleiden. Leider ist es schwer, diese Zahl objektiv zu überprüfen. Doch falls sie stimmt, kann man die Abstriche in der Bewegungsfreiheit natürlich viel leichter akzeptieren.

                                            Lawinen-Airbag mit „Kopf hoch!“-System

                                            Eine Besonderheit des PAS Mammut Lawinenrucksack ist auch seine besondere Form: Die sogenannte „Head-on-Top-Technologie“ soll dafür sorgen, dass der Verunfallte mit dem Kopf an der Schneeoberfläche bleibt. Der Airbaig sieht aus wie eine übergroße Nackenrolle fürs Flugzeug – das größte Auftriebsvolumen ist vor allem rund um den Kopf positioniert. Man nutzt also den Paranuss-Effekt speziell, um den Verschütteten an der Luft zu halten.

                                            Das kleinere Mammut – RAS

                                            Das Mammut Removeable Airbag System gibt sich etwas reduzierter. Wie beim PAS handelt es sich um einen Monobag, der sich aber hinter dem Nacken und seitlich hinter dem Rücken des Trägers auffaltet – ungefähr seitlich bis auf die Höhe des Rippenbogens. Der zusätzliche Schutz des Kopfs entfällt hier also, dafür ist das System auch leichter und billiger. Beim RAS gibt Mammut ein Gewicht von 2240g inkl. Carbon-Kartusche an. Mit 150 Litern bietet das RAS dasselbe Volumen wie das PAS. Beide Lawinenrucksäcke sind natürlich auch in leuchtendem Rot gehalten, um die Suche nach Verschütteten auch bei schlechter Sicht zu erleichtern. Das RAS nimmt gepackt etwas weniger Platz ein als das PAS. Der Unterschied ist jedoch nur minimal – beide Systeme sind sehr platzsparend konzipiert.

                                            Auslösung: Nachteil für Linkshänder

                                            Die Auslösung beider Systeme erfolgt mechanisch über einen Bowdenzug. Allerdings ist dieser leider nur links montierbar und daher für Linkshänder eher ungeeignet.

                                            Bei beiden Systemen arbeitet Mammut mit Druckluft. Fast alle namhaften Hersteller (außer ABS) vertrauen auf dieses Gasgemisch. Die Aufblasung erfolgt binnen 3 Sekunden und wird von dem sogenannten Venturi-Effekt unterstützt. D.h. vereinfacht, dass zusätzlich zum Gas aus der Patrone auch noch ein Unterdruck erzeugt wird, der Umgebungsluft ansaugt.

                                            Gaskartuschen-Vielfalt mit Kostenfallen

                                            Die Flaschen für das System werden in unterschiedlichen Ausführungen angeboten: Als Einweg-Version in Carbon (ca. 200 Euro, 310g befüllt) oder Stahl (ca. 100 Euro, 500g befüllt) sowie in wiederbefüllbarer Variante aus Alu (ca. 180 Euro, 630g befüllt).

                                            Diese Preise sind entscheidend. Einerseits liefert Mammut seine Rucksäcke meist ohne Flaschen aus. Andererseits empfehlen die meisten Hersteller eine Airbag-Auslösung pro Saison, um die Funktionsfähigkeit des Systems zu testen. Wer einen Laden für Taucherzubehör in seiner Nähe hat, kann sich also mit einer wiederbefüllbaren Flasche auf lange Sicht einiges an Geld sparen.

                                            Bei den Einweg-Flaschen kommen auch noch versteckte Kosten hinzu, weil die Anstechvorrichtung nach jeder Auslösung getauscht werden muss und ein Schlüssel zum Spannen des Auslösers erforderlich ist.

                                            Design für jeden Geschmack, mit Sicherheitsfeatures aufstockbar

                                            Am Ende noch einige Worte zu den Rucksäcken selbst. Mammut bietet ansprechende Designs für jeden Geschmack. Beide Airbaig-Systeme können auch aus den jeweiligen Rucksäcken ausgebaut werden, sodass man die Rucksäcke auch im Alltag durchaus einsetzen kann. Aber Achtung: jedes System hat seine eigenen Rucksäcke.

                                            Die Bezeichnung „PAS ready“ bedeutet also auch, dass NUR das PAS-Modul in den Rucksack eingebaut werden kann. Man sollte sich also gleich entscheiden, welchen Weg man bei Mammut einschlagen möchte. Vor allem, wenn man sich Rucksäcke in unterschiedlichen Größen zulegen will, sollte man sich genau überlegen, welches System man wählen möchte. Beim Stauraum sind beide Systeme übrigens weitgehend ebenbürtig, die verschiedenen Modelle bieten ein Fassungsvermögen von 15 bis 45 Liter.

                                            Die Rucksäcke bieten noch weitere Features: Man kann die Rucksäcke mit Rücken-Protektoren und Trinksystemen kombinieren. Die Schnallen sind gut verarbeitet und sorgen gemeinsam mit den Beinschlaufen dafür, dass der Rucksack auch im Notfall fest am Körper bleibt.

                                            Mein Mammut-Fazit

                                            Mammut ist längst ein etablierter Hersteller von Lawinenrucksäcken. Die Rucksäcke sind zuverlässig, gut verarbeitet und haben in der Anschaffung ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Die Kosten-Stolperfallen muss man allerdings kennen, sonst zahlt man jede Saison drauf.

                                            Der Mammut Airbag

                                            Der Mammut Airbag
                                            7.3333333333333

                                            Preis-Leistung

                                            8/10

                                              Sicherheit

                                              7/10

                                                Komfort

                                                7/10

                                                  Vorteile

                                                  • - Vielfalt bei System & Design
                                                  • - etabliertes System

                                                  Nachteile

                                                  • - teure Kartuschen
                                                  • - nur 1 Airbag

                                                  Pieps (Black Diamond) Jetforce Airbag

                                                  Der Pieps Jetforce

                                                  Der Pieps Jetforce
                                                  7.6666666666667

                                                  Preis-Leistung

                                                  7/10

                                                    Sicherheit

                                                    9/10

                                                      Komfort

                                                      8/10

                                                        Vorteile

                                                        • - Auslösung trainierbar
                                                        • - Autonachpumpen/Entleerung
                                                        • - größtes Airbag

                                                        Nachteile

                                                        • - hohe Anschaffungskosten
                                                        • - hohes Gewicht

                                                        Das nordamerikanische Unternehmen Black Diamond hat sich mit dem LVS-Gerät-Hersteller Pieps zusammengetan und ein gemeinsames Lawinenrucksack-System entwickelt. 2013 wurde dann das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen präsentiert. Die Markteinführung erfolgte 2014. Heraus kam der Pieps Jetforce Lawinenrucksack.

                                                        Gleich soviel zu Beginn: Die Jetforce-Systeme punkten mit einigen großartigen Detail-Lösungen, patzte dann aber am Anfang ein wenig im Detail. Mittlerweile sind die Kinderkrankheiten der Entwicklung aber überstanden und ein zukunftsweisendes System mit einer ganz anderen Technik erobert den Markt. Sehen wir uns zuerst mal das System im Allgemeinen an:

                                                        Airbag-Rucksack mit Düsengebläse

                                                        Die größte Revolution des Systems ist sein Verzicht auf Gaskartuschen. Stattdessen verbaut Pieps ein kleines Düsengebläse, das von einem Mikroprozessor gesteuert wird und von einer Li-Ionen-Batterie mit Energie versorgt wird.

                                                        Der Motor pustet in 3,5 Sekunden einen 200 Liter-Airbag auf. D.h.: Das Volumen ist 50 Liter größer als der Branchenstandard und nur unwesentlich langsamer (im Durchschnitt pusten die Kartuschensysteme 150 Liter in 3 Sekunden auf). Die Auffaltung erfolgt hinter dem Nacken und seitlich am Rucksack.

                                                        Intelligent: Airbag wird erst groß gehalten, dann automatisch eingezogen

                                                        Der Airbag selbst ist aus besonders reißfestem Material. Doch auch für den Fall, dass die Haut verletzt wird, hat man sich etwas einfallen lassen: Der Jetforce bläst alle 20 Sekunden Luft nach, um den Airbag aufgeblasen zu halten. Doch der wahre Clou kommt erst: Nach 3 Minuten saugt der Ventilator die Luft nämlich automatisch wieder ab. Dadurch entsteht im Fall einer Verschüttung eine 200 Liter große Atemkammer, die den Verschütteten atmen lässt und den Rettern gleichzeitig die Bergung erleichtern kann.

                                                        Wo ist mein Knopf?

                                                        Der Aufblasvorgang ist gut durchdacht, das Auslösesystem im Gegensatz zur Konkurrenz etwas umständlich. Der Jetforce wird nämlich nicht wie andere Systeme über einen Bowdenzug ausgelöst, sondern man muss es erst mit einem kleinen roten Knopf „scharf machen“, um das Gebläse in Bereitschaft zu versetzen. Allerdings ist dieser Knopf so dimensioniert, dass es mit Handschuh etc. etwas umständlich ist. Zudem muss man ein kleines grünes Licht beobachten, ob das System auch in Ordnung ist. Ist dies der Fall, kann man den Jetforce aber mit einem Zug – ähnlich wie bei den anderen Systemen – auslösen.

                                                        Vorteil des Jetforce-Airbags: Billig im Betrieb

                                                        Hier liegt nämlich einer der größten Vorteile des Jetforce-Systems: Die laufenden Kosten sind unschlagbar. Mit einer Akku-Ladung kann man den Airbag bis zu vier Mal auslösen. D.h.: Man kann theoretisch vor jedem Start ins Gelände den Auslöser betätigen und den Umgang mit dem Airbag üben, ohne dass zusätzliche Kosten auf einen zukommen.

                                                        Bei einem Gerät, dessen korrekte Handhabung zwischen Leben und Tod entscheidet, ist das natürlich ein unschätzbarer Vorteil. Gleichzeitig sind die Kosten für das Aufladen der Akkus natürlich verschwindend gering im Vergleich zum Preis von Druckluftpatronen. Wenn man daran denkt, dass eine Gasflasche für die Airbags namhafter Hersteller schon mal 100-200 Euro kosten kann, ist das natürlich langfristig ein riesiger Vorteil. Hier schlägt das System von Black Diamond die Mitbewerber um Längen.

                                                        Nachteil: Teuer in der Anschaffung

                                                        Allerdings langt Black Diamond dafür auch beim Anschaffungspreis etwas härter zu als die Mitbewerber: Mit ab ca. 1050 Euro für einen Rucksack ist das System bei der Erstanschaffung deutlich teurer als andere Systeme. Das wird vielleicht einige Käufer abschrecken. Man sollte hier aber wirklich miteinberechnen, dass man hier eine Investition für viele Jahre tätigt – und wenn man ein paar Test-Auslösungen hinter sich bringt, amortisiert sich der Preis wohl recht bald.

                                                        Black-Diamond ist fit für Helis und Flugzeug

                                                        Ein Vorteil des Systems ist auch seine Flugsicherheit: Während man bei anderen Anbietern zittern muss, ob man den Airbag auch wirklich im Flugzeug (oder auch beim Heliskiing) transportieren darf, gibt es beim Jetforce System vermutlich nie Diskussion. Hier sind keine Sprengstoffe oder Druckpatronen verbaut, damit ist alles sicher. Theoretisch könnte man den Rucksack sogar im Handgepäck transportieren.

                                                        Es gab bedenken: Akkus mögen im Normalfall keine niedrigen Temperaturen

                                                        Das Akku-System bringt auch Nachteile: Bei extremen Temperaturen neigt ein Li-Ionen-Akku im Normalfall leider zu Leistungsabfällen und im Extremfall sogar zur Selbstzerstörung. Diese anfänglichen Bedenken vor der letztendlichen Markteinführung haben sich aber offenbar gelöst.

                                                        Dank eines aufmerksamen Lesers habe ich die Bedienungsanleitung zugeschickt bekommen. Darin ist eine zulässige Betriebstemperatur von -30 Grad bis +45 Grad Celsius angegeben. Innerhalb dieser Temperaturspanne sollte das System laut Anleitung also funktionieren. Diese Temperaturspanne ist sehr gut. Das Jetforce-System gehört damit sicherlich zu den attraktivsten Mitbewerbern des Platzhirsches ABS-Lawinenrucksäcke.

                                                        Mein Fazit

                                                        Die innovativen Denkansätze gehen beim Pieps-Lawinenrucksack in die richtige Richtuung und es wird viel bedacht auf Praxistauglichkeit (nicht jede Kartusche darf zum Heliskiing) und größere Sicherheit gelegt. Auf der Negativseite stehen Gewicht, (der 28-Liter-Rucksack wiegt 3,4 Kilogramm) der hoche Anschaffungspreis.

                                                        Der Pieps Jetforce

                                                        Der Pieps Jetforce
                                                        7.6666666666667

                                                        Preis-Leistung

                                                        7/10

                                                          Sicherheit

                                                          9/10

                                                            Komfort

                                                            8/10

                                                              Vorteile

                                                              • - Auslösung trainierbar
                                                              • - Autonachpumpen/Entleerung
                                                              • - größtes Airbag

                                                              Nachteile

                                                              • - hohe Anschaffungskosten
                                                              • - hohes Gewicht

                                                              BCA – Das Lawinenrucksack-System von Backcountry Access

                                                              Der BCA Lawinenrucksack

                                                              Der BCA Lawinenrucksack
                                                              7.5

                                                              Preis-Leistung

                                                              9/10

                                                                Sicherheit

                                                                7/10

                                                                  Komfort

                                                                  7/10

                                                                    Vorteile

                                                                    • - einfach, einfach, einfach
                                                                    • - relativ günstig
                                                                    • - wiederbefüllbare Flaschen

                                                                    Nachteile

                                                                    • - nur 1 Airbag
                                                                    • - nicht sehr leicht

                                                                    Backcountry Access mit Firmenadresse in Boulder, Colorado ist nicht nur bei seinem Firmensitz in nah an den Bergen. Auch die Führungsetage präsentiert sich gerne mit einem Fuß im Powder. Hier werden Produkte von Freeridern für Freerider hergestellt. Dabei folgt man vor allem einer Philosophie der Einfachheit. Hier geht es um Leute, die mehr Zeit im Schnee verbringen wollen und alle anderen Fragen möglichst schnell und simpel beantwortet haben wollen. Wer sich hier angesprochen fühlt, macht beim BCA Lawinenrucksack nichts falsch.

                                                                    BCA setzt auf Einfachheit und Preisvorteil

                                                                    Tatsächlich zeichnet sich der Produktkatalog von BCA vor allem durch seine Einfachheit in der Handhabung aus. Hier lässt man sich weder auf hochtrabende Markennamen noch auf große Technikspielereien ein. Dafür findet man bei BCA auch

                                                                    Ausrüstung, die einfach zu bedienen ist.

                                                                    Im Vergleich zu anderen Herstellern sind die Rucksäcke auch recht billig: Ab ca. 450€  bekommt man den Lawinenrucksack mit Airbag, das teuerste und größte Modell ist ab ca. 600€ zu haben. Allerdings gehen die BCA Rucksäcke auch manchmal deutlich unter dem vom Hersteller empfohlenen Preis weg. Ohne Kartusche kann man hier schon ab ca. 350 Euro fündig werden. Die wiederbefüllbare Flasche schlägt dann nochmal mit 120 Euro zu Buche.

                                                                    Auslösung und Airbag-Position

                                                                    BCA setzt bei seiner Float-Serie auf ein System bestehend aus einem mechanischen Bowden-Zug, einer Druckluftflasche, einem Aufblas-Ventil mit Venturi-Effekt und einem Airbag, der hinter dem Nacken und teilweise seitlich am Rucksack entfaltet wird. Der Airbag hat zwar keine besondere ergonomische Form, entspricht aber beim Volumen dem Industriedurchschnitt von 150 Litern.

                                                                    Praktisch für Linkshänder: Der Auslöse-Griff kann bei einigen Modellen auch rechts montiert werden. Hier sollten Linkshänder also die Produktbeschreibungen sehr genau lesen, ob das gewünschte Modell auch wirklich linkshändertauglich ist.

                                                                    Schwere Hülle, leichter Kern

                                                                    Auch bei der Druckluftflasche setzt man auf einfache Technik. Die Stahlflasche ist zwar etwas schwerer als bei anderen Anbietern, dafür aber fest mit einem Manometer verbunden, an dem man ganz simpel den Druck ablesen kann. Die Sicherheitsüberprüfung vor dem Aufbruch wird einem hier also sehr einfach gemacht.

                                                                    Wenn man also nicht gerade eine professionelle Hochgebirgsexpedition vorbereitet und jedes Gramm an der Ausrüstung optimieren muss, fallen die 624 g der befüllten Flasche also eher nicht ins Gewicht. Dafür kann man die Flasche ganz einfach wiederbefüllen lassen. Die Kosten für eine Füllung werden mit ca. 10 Euro angegeben. Man kann die Flasche aber auch direkt an BCA schicken und bezahlt für die Füllung nur das Porto.

                                                                    Das Aufblasventil nutzt (wie andere Hersteller auch) den Venturi-Effekt, bei dem zusätzlich zum Gas noch Umgebungsluft angesaugt und eingeblasen wird. Die Auffaltung dauert 3 Sekunden, was ebenfalls einfach Standard ist.

                                                                    Airbag und Rucksack

                                                                    Der Airbag selbst wird im Rucksack durch einen Riemen befestigt, was beim Einfädeln etwas Fingerspitzengefühl erfordert. Das heißt aber auch, dass man den Airbag herausnehmen kann, um den Rucksack auch in weniger gefährlichen Lebenslagen einzusetzen.

                                                                    Die Rucksäcke gibt es in verschiedenen Größen. Allerdings denkt BCA auch hier sehr einfach. Es gibt keine Modulsysteme wie bei anderen Herstellern. Man kauft also Rucksack und Airbag immer gemeinsam, nur die Flasche wird separat gehandelt. Die Rucksäcke wiederum gibt es in unterschiedlichen Größen mit Fassungsvermögen von 22-42 Litern. Je nach Modell sind auch noch spezielle Fächer und Tragevorrichtungen für Boards und Ausrüstung eingebaut.

                                                                    Mein BCA-Fazit

                                                                    Allgemein präsentiert sich der BCA Lawinenrucksack als die Anlaufstelle für Hobby-Freerider, die Sicherheit im Gelände suchen, sich aber nicht in technischen Details verlieren wollen – also: Rucksack, Airbag, Flasche. Und dann raus.

                                                                    Der BCA Lawinenrucksack

                                                                    Der BCA Lawinenrucksack
                                                                    7.5

                                                                    Preis-Leistung

                                                                    9/10

                                                                      Sicherheit

                                                                      7/10

                                                                        Komfort

                                                                        7/10

                                                                          Vorteile

                                                                          • - einfach, einfach, einfach
                                                                          • - relativ günstig
                                                                          • - wiederbefüllbare Flaschen

                                                                          Nachteile

                                                                          • - nur 1 Airbag
                                                                          • - nicht sehr leicht