Lawinenrucksack Mammut RAS und PAS (Snowpulse)

Der Mammut Airbag

Der Mammut Airbag
7.3333333333333

Preis-Leistung

8/10

    Sicherheit

    7/10

      Komfort

      7/10

        Vorteile

        • - Vielfalt bei System & Design
        • - etabliertes System

        Nachteile

        • - teure Kartuschen
        • - nur 1 Airbag

        2011 übernahm die Schweizer Firma Mammut den Lawinen-Airbag-Spezialisten Snowpulse. Die Produkte der Firma werden seit damals unter der neuen Dachmarke weiterentwickelt.

        Die Sicherheits-Wahl: RAS oder PAS?

        Mammut bietet grob gesagt zwei Produktansätze. Das RAS (Removable Airbag System, ab ca. 490 €) und das PAS (Protective Airbag System, ab ca. 680 €). Daneben gibt es noch die Alyeska Protection Airbag Vest, die als reiner Protector ohne Rucksack getragen wird und in der das PAS Modul eingesetzt wird.

        Die Systeme sind in vielen Punkten ähnlich, unterscheiden sich aber in der Form und damit im Sicherheitsaspekt. Auslösebowde, Venturi-Ventil, Druckkartusche und Auslösegriff sind gleich, ebenso das Aufblas-System, auf das ich später noch eingehen werde.

        Das Plus An Sicherheit: PAS

        Das PAS ist die Weiterentwicklung des von Snowpulse entwickelten Lifebag-Sysstems. Es kommt einerseits in den entsprechenden Mammut-Rucksäcken zum Einsatz, andererseits ist auch die oben erwähnte Alyeska-Airbag-Weste mit diesem System ausgestattet. Das Volumen entspricht mit 150 Litern dem Standard in diesem Produktsegment.

        Mammut-Lawinenrucksäcke im Internet kaufen:

        Beim PAS Mammut Lawinenrucksack wird der Airbag so aufgeblasen, dass er sich rund um den Kopf, Nacken- und Brustbereich entfaltet. Dadurch schützt der Airbag diese Zonen auch vor mechanischen Verletzungen in der Lawine. Natürlich muss man dabei beachten, dass dadurch auch die Sicht- und Bewegungsfreiheit unter Umständen eingeschränkt werden können.

        Mammut und Snowpulse geben auf ihrer Webseite eine Statistik an, nach der rund 20 Prozent der Lawinentode auf Verletzungen zurückzuführen sind, die die Verschütteten in der Lawine erleiden. Leider ist es schwer, diese Zahl objektiv zu überprüfen. Doch falls sie stimmt, kann man die Abstriche in der Bewegungsfreiheit natürlich viel leichter akzeptieren.

        Lawinen-Airbag mit „Kopf hoch!“-System

        Eine Besonderheit des PAS Mammut Lawinenrucksack ist auch seine besondere Form: Die sogenannte „Head-on-Top-Technologie“ soll dafür sorgen, dass der Verunfallte mit dem Kopf an der Schneeoberfläche bleibt. Der Airbaig sieht aus wie eine übergroße Nackenrolle fürs Flugzeug – das größte Auftriebsvolumen ist vor allem rund um den Kopf positioniert. Man nutzt also den Paranuss-Effekt speziell, um den Verschütteten an der Luft zu halten.

        Das kleinere Mammut – RAS

        Das Mammut Removeable Airbag System gibt sich etwas reduzierter. Wie beim PAS handelt es sich um einen Monobag, der sich aber hinter dem Nacken und seitlich hinter dem Rücken des Trägers auffaltet – ungefähr seitlich bis auf die Höhe des Rippenbogens. Der zusätzliche Schutz des Kopfs entfällt hier also, dafür ist das System auch leichter und billiger. Beim RAS gibt Mammut ein Gewicht von 2240g inkl. Carbon-Kartusche an. Mit 150 Litern bietet das RAS dasselbe Volumen wie das PAS. Beide Lawinenrucksäcke sind natürlich auch in leuchtendem Rot gehalten, um die Suche nach Verschütteten auch bei schlechter Sicht zu erleichtern. Das RAS nimmt gepackt etwas weniger Platz ein als das PAS. Der Unterschied ist jedoch nur minimal – beide Systeme sind sehr platzsparend konzipiert.

        Auslösung: Nachteil für Linkshänder

        Die Auslösung beider Systeme erfolgt mechanisch über einen Bowdenzug. Allerdings ist dieser leider nur links montierbar und daher für Linkshänder eher ungeeignet.

        Bei beiden Systemen arbeitet Mammut mit Druckluft. Fast alle namhaften Hersteller (außer ABS) vertrauen auf dieses Gasgemisch. Die Aufblasung erfolgt binnen 3 Sekunden und wird von dem sogenannten Venturi-Effekt unterstützt. D.h. vereinfacht, dass zusätzlich zum Gas aus der Patrone auch noch ein Unterdruck erzeugt wird, der Umgebungsluft ansaugt.

        Gaskartuschen-Vielfalt mit Kostenfallen

        Die Flaschen für das System werden in unterschiedlichen Ausführungen angeboten: Als Einweg-Version in Carbon (ca. 200 Euro, 310g befüllt) oder Stahl (ca. 100 Euro, 500g befüllt) sowie in wiederbefüllbarer Variante aus Alu (ca. 180 Euro, 630g befüllt).

        Diese Preise sind entscheidend. Einerseits liefert Mammut seine Rucksäcke meist ohne Flaschen aus. Andererseits empfehlen die meisten Hersteller eine Airbag-Auslösung pro Saison, um die Funktionsfähigkeit des Systems zu testen. Wer einen Laden für Taucherzubehör in seiner Nähe hat, kann sich also mit einer wiederbefüllbaren Flasche auf lange Sicht einiges an Geld sparen.

        Bei den Einweg-Flaschen kommen auch noch versteckte Kosten hinzu, weil die Anstechvorrichtung nach jeder Auslösung getauscht werden muss und ein Schlüssel zum Spannen des Auslösers erforderlich ist.

        Design für jeden Geschmack, mit Sicherheitsfeatures aufstockbar

        Am Ende noch einige Worte zu den Rucksäcken selbst. Mammut bietet ansprechende Designs für jeden Geschmack. Beide Airbaig-Systeme können auch aus den jeweiligen Rucksäcken ausgebaut werden, sodass man die Rucksäcke auch im Alltag durchaus einsetzen kann. Aber Achtung: jedes System hat seine eigenen Rucksäcke.

        Die Bezeichnung „PAS ready“ bedeutet also auch, dass NUR das PAS-Modul in den Rucksack eingebaut werden kann. Man sollte sich also gleich entscheiden, welchen Weg man bei Mammut einschlagen möchte. Vor allem, wenn man sich Rucksäcke in unterschiedlichen Größen zulegen will, sollte man sich genau überlegen, welches System man wählen möchte. Beim Stauraum sind beide Systeme übrigens weitgehend ebenbürtig, die verschiedenen Modelle bieten ein Fassungsvermögen von 15 bis 45 Liter.

        Die Rucksäcke bieten noch weitere Features: Man kann die Rucksäcke mit Rücken-Protektoren und Trinksystemen kombinieren. Die Schnallen sind gut verarbeitet und sorgen gemeinsam mit den Beinschlaufen dafür, dass der Rucksack auch im Notfall fest am Körper bleibt.

        Mein Mammut-Fazit

        Mammut ist längst ein etablierter Hersteller von Lawinenrucksäcken. Die Rucksäcke sind zuverlässig, gut verarbeitet und haben in der Anschaffung ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Die Kosten-Stolperfallen muss man allerdings kennen, sonst zahlt man jede Saison drauf.

        Der Mammut Airbag

        Der Mammut Airbag
        7.3333333333333

        Preis-Leistung

        8/10

          Sicherheit

          7/10

            Komfort

            7/10

              Vorteile

              • - Vielfalt bei System & Design
              • - etabliertes System

              Nachteile

              • - teure Kartuschen
              • - nur 1 Airbag